Sonntag, 21. April 2013

Phuket

Warum wir niemals 14 Tage Pauschalurlaub buchen könnten, hat sich nun wieder bei unserem zweitägigen Aufenthalt in Phuket bestätigt.
Unsere Unterkunft war ein einfaches Hotel, leider zwar direkt an der Hauptstraße gelegen, aber da wir uns ja selten länger als ein oder zwei Tage an einem Ort aufhalten, war dies kein Problem. Das Problem war vielmehr, daß trotz modernster Technik beim Buchen eine völlig anderer Ort auf der Karte, nämlich im Grünen fernab von Hauptstraßen neben einem Nationalpark angezeigt wurde und wir nur deshalb dort gebucht hatten. Aufgrund der falschen Adresse kannte unser Navi den Ort nicht und wir mußten ein teures Taxi von der Phuket-Taxi-Mafia (ja die gibt's scheinbar wirklich) nehmen, da nur diese englisch sprechen. Die Fahrerin kannte das Hotel und brachte uns mitten ins Zentrum von Phuket-Town. Nix grün, nix ruhig. Aber wenigstens die Zimmer waren nett und sauber.
Auf der anderen Straßenseite war ein großer Supermarkt. Dort haben wir eine breite Auswahl von allem gefunden. Der Markt erinnerte so ein bißchen an die amerikanischen Supermärkte. Der Westen ist somit auch hier angekommen, wobei die Einheimischen schon lieber im
kleinen Tante Emma Laden nebenan einkaufen und ihr Mittag oder Abendbrot an den Straßenküchen mitnehmen. Hat auch irgendwie was freundlicheres (nicht unbedingt sauberer - eine Hygiene dürfte hier nicht vorbeikommen) und passt viel besser zur Mentalität dieses Landes.
Üblicherweise haben wir unsere Tagesration Wasser im 7Eleven gekauft und natürlich auch die M&Ms ;-).
Nun waren wir in Phuket ohne fahrbaren Untersatz unterwegs. Ca. 2km vom Hotel war der nächste Busbahnhof, wo laut Hotel auch Kleinbusse zum National Park fahren sollten bzw. zumindest dran vorbei. Ist ja keine Entfernung für uns, also sind wir losgelaufen und die Thais fanden dies mit Sicherheit amüsant, dass die weißen Langnasen bei so einer Hitze zu Fuß unterwegs sind. Und wenn wir ehrlich sind, kamen wir zwischendurch auch mal ins Grübeln, ob das die richtige Entscheidung war. Aber nur so haben wir auch Einblicke in die Wohnräume, Geschäfte etc. der Thais bekommen. Man könnte dies mit den Slums vergleichen. Manche Wohnbereiche waren nur aus Blechen zusammengestellt *unglaublich* ABER die Menschen hier machen mit dem Wenigen was sie haben einen so zufriedenen Eindruck - schon beneidenswert!
Am Busbahnhof kam man gleich auf uns zu und bot uns ein Taxi an. Keiner hat wirklich verstanden, wo wir hinwollten, trotz Karte. Trotzdem gab es genug Angebote für ein Privat-Taxi für 2000TBH. Nirgends war etwas englisch ausgeschildert. Wir wussten nur, dass wir mit dem blauen oder rosa Mini-Bus für 10TBH fahren müssen. Als endlich so ein Minibus vorbeikam, fragten wir ob er Richtung Nationalpark fährt. Natürlich, nickte er lächelnd. Kaum eingestiegen, bog er Richtung Stadtzentrum ab - so hatten wir wenigsten eine preiswerte Stadtrundfahrt. An der Endstation hat uns leider wieder keiner verstanden, so dass wir genervt einfach losliefen. Und es dauerte nicht lange und ein TukTuk-Fahrer kam daher. Für einen halbwegs annehmbaren Preis (der trotzdem 20 mal höher lag als im Hotel empfohlen) haben wir dann endlich 30 Minuten später auch unser Tagesziel erreicht.
Wir schauten uns das Gibbon Rehabilitation Center an, wo man gequälte Gibbon-Äffchen wieder aufpeppelt und versucht im Nationalpark wieder auszuwildern.
Danach sind wir hoch zum Wasserfall geklettert durch den Dschungel, an deren Ende zumindest Rudi sich eine Abkühlung gönnte und gleich noch nen kleinen Blutegel mit aus dem Wasser brachte.
Vielmehr gab es allein ohne Guide zu Fuß nicht zu erkunden. Im Tal haben wir uns kurz mit einheimischer Kost gestärkt, u.a. einem Papayasalat, der wirklich sehr lecker und spicy ist.
Auf eine Rückfahrt mit überteuertem Taxi hatten wir keinen Bock, zudem war sowieso keins im abgelegenen und kaum besuchten Park. Also liefen wir mal wieder und zwar zum Pier ins nächste Dorf. Eigentlich sollte an der Straße ja auch der Minibus alle paar Minuten vorbeifahren, den man hätte ranwinken können - natürlich kam nix und niemand außer ein paar aufmunternd grüßenden Thais auf Mofas oder Autos vorbei. Auf dem Weg sind wir an einer netten kleinen Gärtnerei vorbeigekommen, haben noch verschiedene Tiere gesehen: Elefanten, Wasserbüffel, Ziegenbock
nein, nicht den, so einen natürlich
und natürlich den ein oder anderen Einblick in das Thaileben bekommen auf diesen höchstens 2km - aber hierzulande läuft man eben nicht. Ein kleinen Regenschauer mit richtig großen Tropfen gab's auch noch. Hier war dies eine angenehme Erfrischung.
Am Pier angekommen gab es nicht wirklich was zu sehen, außer ein paar Affen.
So war die Entscheidung ein teures Taxi zu rufen oder man geht eben dorthin wo das nächste Moped (obwohl überall geschrieben steht, daß das zu gefährlich ist für Ausländer bei dem Verkehr hier zu fahren). Gesagt, getan. Natürlich hat der erste Opa gleich ja gesagt, 300TBH genommen und fertig war die Miete. Er wollte keine Namen, keine Sicherheiten, nix...einzig offene Frage für uns: Wenn die Thais da zu fünft drauf fahren können,
schaffen wir das dann auch mit allen unseren 4 Rucksäcken wieder zum Pier, von wo unsere Fähre am nächsten Morgen startet?
Wird sich zeigen, dachten wir und so sind wir ohne weiteres Federlesen mit neuer Freiheit losgetuckert und haben nervige Taxis und Busse links liegen oder bzw. rechts überholen lassen;) So konnten wir uns auch noch weiter die Insel anschauen, was wirklich toll war. Sind durchs bergige Inland von Phuket an den Surin-Beach
und Kamala-Beach gefahren. Haben dabei auch all die tollen Hotels gesehen, wo viele Leute 14Tage Pauschalurlaub machen - dicht an dicht aneinandergereiht wie in den "besten" Urlaubshochburgen Europas, weit entfernt vom echten Thailand. Der Sonnenuntergang war trotzdem schön (Grüße an die Zumba-Mädels)
denn Touris waren fast keine mehr vor Ort - ist ja Beginn der "Regenzeit".
Nach all diesen Eindrücken und einer kleinen Irrfahrt in der Nacht ohne Karte durch Phuket-Town zurück, ging es am nächsten Morgen (wir meinen es war Montag) samt Häcklepäck mit unserem Mofa zum Pier von Bang Rong.
Vollgepackt bis obenhin, gab es jede Menge Daumen hoch von den Thais an jeder Ampel für die weißen Langnasen. Auf halber Strecke (20km) überraschte uns auch hier noch ein kleiner Regenschauer, aber durch die Temperatur einfach angenehm. Schließlich träumt jeder mal von einer Dusche im Sommerregen.
Und so ging unsere Reise weiter auf der Suche nach der Trauminsel ...